Bangla Road Patong: Regierung will gegen Prostitution vorgehen

Nach den Strandsäuberungen im letzten Jahr und den häufigen Polizei-Razzien in Patong, soll nun der nächste Schritt folgen: Die thailändische Tourismus-Ministerin hat der Prostitution den Kampf angesagt.

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Ladyboys, GoGo-Girls, billiger Sex: Bald vorbei?

Ladyboys (1)Die thailändische Ministerin für Tourismus, Kobkarn Wattanavrangkul, hat den Rotlichtvierteln des Landes den Kampf angesagt. Auf Phuket ist vor allem die berühmt-berüchtigte Bangla Road in Patong betroffen.
Die thailändische Militär-Regierung will seit langem, dass Touristen kommen, um die Schönheit des Landes und seine Strände zu genießen und nicht mehr um billigen Sex zu haben. Für Ministerin Kobkarn Wattanavrangkul ist klar: „Die Sex-Industrie muss weg.“

Prostitution in Thailand verboten, aber toleriert

Die Ministerin rennt eigentlich offene Türen ein. Das „Problem“ mit der Sex-Industrie dürfte es nämlich in Thailand gar nicht geben. Denn Prostitution ist in Thailand bereits verboten. Grundlage ist ein Gesetz zur Vorbeugung und Bekämpfung der Prostitution aus dem Jahre 1996, das Geld- und Freiheitsstrafen vorsieht. Doch die Realtität sieht anders aus: Prostitution ist weit verbreitet, vor allem in den touristischen Zentren Bangkok, Pattaya und Patong Beach auf Phuket.

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10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts durch Prostitution

Laut Statistik gibt es 123.530 sogenannte Sexarbeiter in Thailand. Ihre Einnahmen tragen zehn Prozent zum Bruttoinlandprodukt Thailands aus. Für viele Menschen in Thailand ist Sex die einzige Möglichkeit, genug Geld für die Familie zu verdienen. Bis zu 5000 Baht, also rund 130 Euro lassen sich pro Nacht verdienen. Der thailändische Durchschnittslohn liegt bei täglich rund 300 Baht.

In Patong ist Prostitution wesentlicher Teil der Wirtschaft

Bangla Road Patong (1)In Patong Beach bestimmt der Tourismus die gesamte Wirtschaft. Vor allem der Party- und Sex-Tourismus. Es gibt duzende Nachtbars, Discotheken und Shows in denen Touristen sich mit GoGo-Girls, GoGo-Boys oder Ladyboys „vergnügen“. Die Polizei schaut oft weg. Auch das Militär. Zu wichtig scheint dieser Wirtschaftszweig für Phuket. Doch damit soll bald Schluss sein, wenn es nach Ministerin Wattanavrangkul geht.

Regierung will mehr weibliche Touristen

Wer durch die Bangla Road in Patong Beach geht, der stellt sehr schnell fest, dass es hier einen Männerüberschuss gibt. Zumindets was die Touristen angeht. Was Thai angeht, so finden sich hier fast ausschließlich junge, hübsche Frauen.
Ministerin Wattanavrangkul will, dass sich dies ändert in dem sie verstärkt weibliche Touristen ins Land lockt. Der August steht deshalb unter dem Motto „Thailand für Frauen“.

Thailand für Frauen

Zum 84. Geburtstag von Königin Sirikit hat die Tourismusbehörde Sonderaktionen für weibliche Reisende zusammengestellt: „Es gibt Frauenbusse und Frauentaxis, Frauenstockwerke in den Hotels, Ladies-Nights mit vergünstigten Preisen in den angesagten Dachterrassen-Bars, Shopaholic-Massagen, Frauen-Schnupperkurse in Muay Thai“, so die BILD-Zeitung.

Ministerin Wattanavrangkul sagte dergegenüber der „NZZ“: „Frauen sind schlicht und einfach die besten Reisenden. Sie haben gute Umgangsformen, bereiten sich meist auf die Reise vor – und sie geben viel Geld aus, was unsere Wirtschaft ankurbelt.“

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2 Kommentare

  1. Ach, dann gibt es zukünftig halt noch mehr Leute die ums Überleben kämpfen wenn dieser sehr einträgliche Wirtschaftszweig lahmgelegt wird… 10% vom Bruttoinlandprodukt auf einen Schlag wegbrechen lassen bringt sicher viel Applaus… 😀 Wenn die Touristen ausbleiben sinken auch die Preise, da man um die Touristen mehr kämpfen muss 😀

  2. Die Regierung will viel, doch bislang war es alles nur heiße Luft um das Thema. Jetzt jedoch scheint sich langsam tatsächlich etwas zu verändern. In Pattaya jedenfalls haben sie hart durchgegriffen und die Short Times in der Soi 6 verboten… Sind mal gespannt wie es in Zukunft weiter gehen wird.

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