Tourismus auf Phuket: Russen bleiben aus

Der wirtschaftliche Niedergang Russlands im Zuge der russischen Besetzung der Krim und der westlichen Sanktionen gegen das Land, machen sich auch auf Phuket bemerkbar. Allein im ersten Quartal gab es Buchungsrückgänge aus Russland in der Größenordnung zwischen 30 und 40 Prozent. Während einige Hoteliers und Restaurantbesitzer jammern, freuen sich viele Touristen und auch Thai, wie unsere Straßenumfrage zeigt.

Werbung

Deutlich weniger russische Touristen auf Phuket

Der befürchtete Einbruch im Russlandgeschäft macht Teilen der Tourismusindustrie zu schaffen.  Reiseveranstalter, die auf das russische Touristen spezialisiert sind, verzeichneten alleine im ersten Quartal dieses Jahres eine Rückgang der Buchungen um bis zu 40 Prozent. Die Einbußen im Charterflug-Geschäft mit Russland lagen bei rund 50 Prozent.

In der Phuket-Gazette äußerte sich unlängst Matthew C. Hindmarch, Generalmanager des Kata Sea Breeze Resorts: „Viele Hotels und Unternehmer werden in den kommenden Monaten von einem Rückgang der russischen Touristen betroffen sein. Wir rechnen schon im ersten Quartal mit einem starken Rückgang (…) Unser Hotel wird hauptsächlich von skandinavischen und russischen Touristen gebucht. Jetzt haben wir kaum noch Buchungen von russischen Reiseveranstaltern“.

Werbung

Russische Wirtschaft am Boden – schlechter Rubel-Kurs

Viele Russen verzichten derzeit lieber auf kostspielige Fernreisen, zumal die Inflation im eigenen Land stark steigt. Auch ist der Kurs des russischen Rubels im Vergleich zu Dollar und Euro, aber auch zum thailändischen Baht stark gesunken. Ein Urlaub in Thailand ist derzeit für viele Russen schlicht unerschwinglich. Die Tourismuswirtschaft auf Phuket rechnet mit weiter fallenden Touristenzahlen aus Russland, denn ein Ende der politischen und wirtschaftlichen Krise zwischen dem Westen und Russland scheint nicht in Sicht.

„Viele russische Reiseveranstalter vermitteln ihre Kunden nur noch an ihre eigenen kleinen Hotels oder Anlagen. Das bekommen viele Hotels, vor allem die kleinen, bereits zu spüren. Wir erwarten, dass die Zahl der russischen Touristen auf Phuket noch weiter zurückgehen wird. Daran ist natürlich auch der schlechte Wechselkurs schuld. Die Situation wird sich weiter verschlechtern und es kommt immer weniger russisches Geld auf die Insel, so Matthew C. Hindmarch.

Russische Touristen auf Phuket äußerst unbeliebt

Russische Touristen gelten weltweit als die unbeliebtesten Touristen, bei Deutschen sogar mit großem Abstand. Selbst bei 47 Prozent Russen selbst, gelten die eigenen Landsleute als unbeliegt. Viele stören sich daran, dass die russischen Touristen sich nicht benehmen, ständig betrunken sind und die Einheimischen schlecht behandeln. So sagte uns Heinz Burger aus Leipzig, der seinen Urlaub seit Jahren in Kata verbringt: „Unfassbar wie sich die Russen hier in den Restaurants benehmen. Gröhlen rum, bringen sich ihren Alkohol selbst mit und werden aggressiv und ausfällig gegenüber dem Thai-Personal“.

Auch die Deutsch-Russin Patricia Schöner aus Düsseldorf hat unschöne Erfahrungen mit russischen Touristen gemacht: „Die saßen da und riefen lautstark auf russisch nach dem Kellner, weil sie bestellen wollten. Dann kam ein etwas femininer, geschminkter Kellner an den Tisch um die Bestellung aufzunehmen. Diesen schickten sie dann mit obszönen schwulenfeindlichen Gesten weg. Mein Mann und ich haben uns so für das Verhalten der Russen geschämt“.

Hoffnung, dass Europäer zurückkommen

So liegt die Hoffnung der Tourismuswirtschaft auf Phuket nicht zuletzt in Touristen aus Europa, vor allem aus Skandinavien. Diese hatten sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht. Des einen Leid ist hier des anderen Freud. Denn viele Touristen besonders aus Europa und den USA hatten sich in den letzten Jahren in Richtung anderer Reiseziele wie Vietnam orientiert.

Werbung

Mit ein Grund hierfür: Die in den letzten Jahren stark gestiegene Zahl der Touristen aus Russland, wie Martin Herfurth vom Reisevermittler hotelito weiß: „Umfrage unter unseren Kunden ergab, dass sich viele von der zunehmenden Zahl von Touristen aus Russland und China vor allem in Patong und Kata gestört fühlen und Phuket künftig nicht mehr buchen wollen“.

Check Also

Parasailing

Parasailing: Wie sicher ist das auf Phuket?

Parasailing ist beliebt bei vielen Touristen auf Phuket. Doch wie sicher ist dieser Freizeitsport auf …

4 Kommentare

  1. Hoffentlich bleiben die Russen auch langfristig weg. Das wäre ein super Segen für Phuket! Einige Schweizer, Engländer oder Amerikaner sind mit Sicherheit auch nicht die größten Vorbilder an Touristenbenimm, aber wie unverschämt und eklig sich Russen hier gegenüber den Einheimidchen aufführen ist das grauenhafteste Verhalten von allen Touristen! Das kann ich als Schweizer Expat gut beurteilen.

  2. Es wird meiner Meinung nach auch ein erheblicher Einbruch der Touristenzahlen aus Europa geben. Wir waren im Dezember für 4 Wochen in Patong und das Verbot von Liegstühlen und Sonnenschirme hat die Mehrzahl der Gäste die wir getroffen haben extrem geärgert! Viele werden nicht wieder kommen obwohl sie seit Jahren nach Patong kamen. Bei 35 Grad kann man nicht ohne Schirm am Strand liegen, außerdem erwarten die Leute auch etwas Komfort im Urlaub!!

  3. ich war im April für 2 Wochen auf Phuket und Patong. Jetzt wo die Liegestühle wieder da sind ist es eine Katastrophe! Der Strand dreckig, das Wasser stinkend und braun. Russen egal wo man hinsieht. Man sollte auch die Chinesen und Inder nicht vergessen, die mit Ihrer unzivilisierten Art einen den Urlaub echt versauen können.
    Ich war jeden Tag an einem anderen Strand und habe dort die selben grausamen Erfahrungen gemacht. Alles überlaufen und das schlimmste ist das das Wasser dreckig ist ohne Ende scheinbar funktioniert keine Kläranlage mehr. Echt schade, ich werde mir wohl für November – Dezember ein neues Ziel suchen müssen. Hat jemand einen Tip? Gibt es vielleicht aktuelle Erfahrungen mit Russischen Touristen und dreckigen Wasser??

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.