Patong will Jetski, Sonnenliegen und Sonnenschirme wieder erlauben

Wenn es nach der Bürgermeisterin von Patong geht, dann könnte der Strand von Patong bald wieder so aussehen wie auf dem Foto: Liegen, Sonnenschirme und Jetskis würden wieder den gesamten Strand in Anspruch nehmen. Das Ziel der Politikerin ist es, den Strand in Zonen einzuteilen. Ein Abschnitt, der komplett naturbelassen ist, will sie allerdings nicht.

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Beach Clean-up: Patong will Sonnenschirme und Sonnenliegen wieder erlauben

Eine weitere Runde im großen Kampf um Liegen, Sonnenschirme und Jetskis an Phukets Stränden ist eingeläutet. Patongs erst kürzlich gewählte Bürgermeisterin Chalermlak Kebsub möchte durchsetzen, dass künftig wieder Strandliegen und Sonnenschirme am Strand von Patong vermietet werden dürfen. Auch die bei vielen Touristen sehr unbeliebten Jetskis möchte sie erhalten. Kurz gesagt: Es soll alles wieder so sein, wie es vor dem großen Beach-Cleanup der Militärregierung war.

Patong Beach soll in Zonen eingeteilt werden

Um ihren Plan auch den Gegnern der Jetskis schmackhaft zu machen, plant die Bürgermeisterin die Einteilung des Strandes von Patong in verschiedene Zonen. So soll eine 500-Meter-Zone für Schwimmer eingerichtet werden, dann eine 300-Meter-Zone für Jet-Skis, dann wieder eine 500-Meter-Zone für Schwimmer und schließlich wieder eine 300-Meter-Zone für Jet-Skis unterteilt werden. In den Schwimmer-Zonen sollen auf kompletter Breite Sonnenliegen und Sonnenschirme von kommerziellen Vermietern erlaubt werden. Eine Zone ohne Kommerz, Sonnenliegen, Strandstühle, Sonnenschirme und Jetskis ist indes nicht vorgesehen.

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Militär will sich mit Regierung und Bürgermeisterin treffen

Vizeadmiral Saiyan Prasongsomret, Phukets Gouverneur Nisit Jansomwong, die Bürgermeister der Strand-Orte von Phuket und die Landbesitzer, die an den Stränden ihre Gundstücke haben, wollen sich am Donnerstag treffen, um über die Zukunft zu beraten. Die Position der thailändischen Regierung ist indes klar, der Renaturierung der Strände soll auch in anderen Landesteilen fortgesetzt werden, um Thailands Strände international zukunftsfähig und für reichere Touristen attraktiv zu machen. Die Bürgermeister Phukets wiederum setzen eher auf das schnelle Geld, den Massentourismus und wollen das alles wieder so wird, wie es war.

Zukunft von Phukets Stränden ungewiss

Viele Touristen, die bereits häufiger auf Phuket waren, sind entsetzt davon, dass sämtliche Liegen und Sonnenschirme von den Stränden entfernt wurden. Andererseits hört man vor Ort auch Stimmen, die sagen, dass die Strände nun tatsächlich paradiesisch aussehen und mit den internationalen Top-Stränden auf Hawaii, in Sydney oder auf Bali nun optisch mithalten können. Das war vorher definitiv nicht der Fall. Gerade der Strand von Patong war von vorne bis hinten vollgestellt mit Liegen, Massageständen, Bierbuden, Jetski Verleihern und Paracute Anbietern. Einen ruhigen, naturbelassenen Strandabschnitt suchte man vergeblich. Ein Zustand, den Thailands Militärregierung für nicht zukunftsfähig hält.

Massentourismus versus Top Destination

Bei der Frage, wie sich Phukets Strände künftig darstellen geht es im Kern darum, wie sich Thailand touristisch in der Zukunft präsentieren will. Tourismus-Experte Marcel Schönberg vom Verbraucherportal konnte im vergangenen Monat mit zwei Vertretern der thailändischen Tourismusbehörde TAT sprechen. Dort kennt man die Bedenken der Bürgermeister und Hoteliers auf Phuket, dass nun Touristen wegen der fehlenden Strandliegen und Sonnenschirme wegbleiben könnten. Gleichzeit unterstützt man den Kurs der thailändischen Militärregierung. „Die beiden Vertreter der TAT, die ausdrücklich nicht genannt werden wollen, äußerten mir gegenüber sehr deutlich, dass Thailand nicht noch weiter zum billigen Naherholungsgebiet von Touristen aus China und Russland werden soll“, so Schönberg. Viele zahlungskräftige Touristen aus den USA, Westeuropa und vor allem Skandinavien würden bereits andere Urlaubsdestinationen bevorzugen.

Thailand soll langfristig von Beach Cleanup profitieren

Auch würden direkte Konkurrenten wie Bali, die Malediven oder auch Kambodscha, Vietnam und zunehmend auch Myanmar die zahlungskräftigen Touristen anziehen, während auf Phuket zunehmend Touristen mit „schlechtem Benehmen kämen, die nur auf billigen Alkohol und Prostitution“ aus seien, so die TAT-Mitarbeiter gegenüber Schönberg. Dem müsse man entgegentreten, Thailands Tourismus würde dank den aktuellen Maßnahmen des Beach Cleanup langfristig profitieren.

Der Experte sieht darin tatsächlich touristisches Potenzial für Phuket: „Ich habe mir vor Ort ein Bild gemacht und die Strände ohne die Liegen sehen tatsächlich paradiesisch aus. Phuket wird sich aber langfristig nur zu einer Top-Destination für wohlhabendere Touristen entwickeln, wenn das Verbot auch auf Jetskis und das Parasailing ausgeweitet wird“, so Schönberg. Eine optisch ansprechende touristische Infrastruktur, wie einheitliche Verkaufsstände, Toiletten und Duschen, Flächen mit modernen Strandbetten und ausreichend Liegeplätze im Schatten sollten dann allerdings auch an den Stränden geschaffen werden, so der Experte.

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